Maison des Solidarités — Langon

Credits

Unternehmen / Kunde
Design
Jahr
2026
Ort
Langon (FR)
Disziplinen
Architecture
Kategorie
Innovative Material
Award
Best of Best

Details

Nicht nur zentrale Anlaufstelle für soziale Dienste, sondern auch wichtiger Treffpunkt: Das neue Sozialzentrum Pôle Territorial Sud Gironde in Langon (bei Bordeaux) bietet den Bewohner*innen seit seiner Fertigstellung im Jahr 2025 eine bunte Palette an Angeboten. Neben Bibliothek und Jugendzentrum implementierte das Pariser Architekturbüro ABF-LAB außerdem Beratungsstellen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sowie Dienste für den Mütter- und Kinderschutz in den zweigeschossigen Neubau. Dem Entwurf liegt ein radikales Umweltkonzept zugrunde, das Bioklimatismus, passive Systeme und die Verwendung natürlicher Baumaterialien aus Frankreich in den Fokus rückt. Mit Holz, Strohballenkonstruktionen sowie Lehm- und Kalkputz an den Wänden ist es gelungen, eine soziale Einrichtung mit einer warmen, einladenden Atmosphäre zu schaffen. Der Verzicht auf Produkte, die flüchtige organische Verbindungen (VOC) emittieren, energieintensive und petrochemische Materialien sowie nicht erneuerbare Ressourcen, sorgt für eine geringe CO₂-Bilanz. Ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft wurden 177 Holztüren und Heizkörper der ehemaligen Gendarmerie vor Ort wiederverwendet.

The Jury‘s Statement

Es ist schon bemerkenswert, wie kompromiss- und bedingungslos ABF-LAB auf die Superkräfte regionaler bio- und geosortierter Materialien vertraute. Und schließlich Recht behalten sollte: Die radikal ökologische Linie des Gebäudes sticht nahezu vollständig industrielle, erdölbasierte Baustoffe aus. Stattdessen fußt das Sozialzentrum auf einem innovativen Holz-Erde-Stroh-Konstrukt und wird von Außenwänden aus karbonisiertem Holz getragen, was diese zugleich wetterfest macht, während ungebrannter Lehm sowie Kalkputz im Inneren für ein natürliches Raumklima sorgen. Selbst die Aufzugsschächte und Treppenhäuser, üblicherweise aus Beton, bestehen vollständig aus Holz, was eine baurechtliche und technische Innovation für öffentliche Einrichtungen darstellt. Dieser Pakt aus bioklimatischem Design, Low-Tech-Materialien und zirkulärer Bauweise macht das neue Gebäude energetisch hocheffizient. In dieser Größenordnung von mehr als 2.500 qm wird das französische Pilotprojekt zum Vorbild dafür, wie konsequent und zukunftsweisend mit Materialien im architektonischen Maßstab gearbeitet werden kann.

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